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Sakramente und Sakramentalien |
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Das lateinische „sacramentum" bedeutet dem Wortsinn nach heilige Sache, Heiliges. Sakramente sind also heilige Zeichen. Wir können auch sagen, sie sind Zeichen des Heilswirkens Christi, Zeichen, die bewirken, was sie sagen, und in denen uns Christus ganz besonders nahe ist. In Jesus erfahren wir auf einmalige Weise die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes. Alles, was er uns gesagt hat und wie er gelebt hat, lässt uns etwas vom Wesen Gottes und seiner Liebe zu uns begreifen. Durch Jesus Christus empfangen wir aber auch immer wieder neu Gottes Gnade und Hell. Man könnte deshalb auch sagen: Christus ist das Ursakrament. So wie Gott in seinem Sohn Mensch geworden ist und in seinem täglichen Leben und Handeln den Menschen die frohe Botschaft von der Liebe des Vaters gebracht hat, so will er uns durch die Sakramente in den täglichen Dingen des Lebens begegnen: zum Beispiel im Übergießen mit Wasser bei der Taufe oder im Zeichen des Mahles, mit Brot und Wein, bei der Feier der Eucharistie. Er möchte uns mit seiner Güte und Liebe das ganze Leben lang helfend begleiten. So lassen sich auch Parallelen zu den wichtigen Brennpunkten im Leben eines Menschen feststellen, obwohl man mit einer vorschnellen Gleichsetzung vorsichtig sein sollte, da die christlichen Kirchen hier ja sehr unterschiedliche Traditionen haben. (So feiert die orthodoxe Liturgie Taufe, Eucharistie und Firmung in einer gemeinsamen Feier in der Regel im Säuglingsalter.) Dennoch legen sich zumindest in unserem Kulturkreis (noch) folgende Vergleiche nahe: |
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-- Geburt - Taufe -- Reifung - Firmung -- Nahrung/Mahl, Lebenserhaltung - Eucharistie -- Schuld - Versöhnung -- Ehe - Trauung -- Führungsdienst - Ordination -- Schwäche – Krankensalbung |
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Das, was der Priester nach der Wandlung im Gottesdienst sagt, gilt jedoch auch für die übrigen Sakramente. Sakramente sind Geheimnisse des Glaubens, die wir letztlich nie ganz erfassen und begreifen können. Sieben Sakramente gibt es in der katholischen Kirche, so haben wir sicher alle im Religionsunterricht gelernt. Das Konzil von Trient hat diese Zahl 1547 definiert; ebenso hat es betont, dass alle diese Sakramente von Jesus Christus eingesetzt wurden. Ein kleiner Exkurs: Im Neuen Testament ist für die meisten Sakramente keine direkte Stiftung durch Jesus Christus genannt. Karl Rahner, einer der großen Theologen unseres Jahrhunderts, greift in einem diesbezüglichen Gedankengang auf die Vorstellung zurück, dass die Kirche als ganze sakramentalen Charakter hat, ja dass sie das eigentliche und universale Sakrament des Heiles ist. Er folgert dann: Wenn die Kirche nun Christus ihr Dasein verdankt, dann gehen auch jene Taten der Kirche, in denen sie ihre Sakramentalität, ihre Heilsaufgabe entscheidend verwirklicht, auf Christus zurück. Wenn Christus also auch nicht alle Sakramente im einzelnen und in ihrer verbindlichen Form eingesetzt hätte, so hat er sie doch mit der Kirche gesetzt. |
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Man spricht von verschiedenen Weisen der Gegenwart Christi, die im sakramentalen Geschehen miteinander verbunden sind: Christus ist gegenwärtig in der Gemeinde (deshalb ist es schön und vor allem auch wichtig, wenn bei der Feier der Sakramente neben den Angehörigen auch einige Gemeindemitglieder an der Feier teilnehmen), im Wort der Kirche - der so genannten Spendeformel, z. B. „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes", und im jeweiligen Spender, der ihn sozusagen „repräsentiert". Die Worte, die der Priester bei der Sakramentenspendung spricht, erklären uns, welche Bedeutung dem Zeichen in diesem Zusammenhang gegeben ist. Man nennt sie deshalb auch „Deuteworte". Sie sind daher ebenso wichtig wie die Handlung selbst. Wir glauben, dass das, was die Handlung im Zeichen ausdrückt, durch den Geist Gottes tatsächlich in unserem Leben wirksam wird. |
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Gott nimmt uns aber auch in unserer Entscheidung ernst. Er steht zu seiner Zusage, uns durch diese „Heiligen Zeichen" zu stärken, tut dies jedoch nicht gegen unseren Willen. Jede Gäbe wird erst zum Geschenk, wenn der Beschenkte sie annimmt und sie gebraucht. Das gleiche gilt auch für die Sakramente. Außer den sieben Sakramenten Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe - so die traditionelle Reihenfolge seit dem Konzil von Trient - gibt es noch andere, ähnlich zeichenhafte Handlungen, die man Sakramentalien nennt. Im Unterschied zu den Sakramenten, so die kirchliche Tradition, werden diese nicht direkt auf Christus zurückgeführt. Zu ihnen gehören vor allem die verschiedenen Segnungen, zum Beispiel von Wasser, Kerzen, Palmzweigen, Bildern, Rosenkränzen, Häusern und ähnlichem. Der Blasiussegen, der am Abend des 2. Februar, besser am 3. Februar, gespendet wird, und die Austeilung des Aschenkreuzes am Aschermittwoch sind ebenfalls sakramentale Zeichenhandlungen. |